neuroRAD 2022 - Der Countdown

Nach den erfolgreichen Webcast-Folgen "neuroRAD 2021 - Der Countdown" im letzten Jahr, möchten wir Sie auch gerne in diesem Jahr frühzeitig auf die Jahrestagung einstimmen. Freuen Sie sich auf verschiedene Formate und Inhalte.

In diesem Jahr starten wir mit einem Interview des Kongresspräsidenten Prof. Dr. med. Peter Schramm:

Interview mit Prof Schramm: lebendiger Präsenzkongress mit vielen persönlichen Kontakten!

neuroRAD 2022: lebendiger Präsenzkongress mit vielen persönlichen Kontakten!


Die 57. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie e.V. (DGNR) findet vom 12. bis 14. Oktober im Kongresspalais in Kassel statt - nach zwei digitalen Formaten zum ersten Mal wieder als Live-Kongress in voller Präsenz. Kongresspräsident Prof. Dr. Peter Schramm aus Lübeck und sein Team haben ein Programm unter dem Kongressmotto „Präzision. Individualisiert“ zusammengestellt. Was die Besucher:innen erwarten dürfen und warum Kassel ein ganz besonderer Kongressort ist, erfahren Sie im Interview.

Herr Professor Schramm, „Präzision. Individualisiert.“ lautet das Motto des neuroRAD 2022. Welche Assoziationen soll dieses Motto hervorrufen?

Unser Kongressmotto greift drei Aspekte unseres spannenden Fachs auf: Zum einen die sich kontinuierlich weiterentwickelnden patientenspezifischen Therapielösungen der interventionellen Neuroradiologie, zum anderen die Möglichkeiten, mit fokussierter Bildgebung und dezidierten Softwarelösungen die individualisierte Patientendiagnostik optimal voranzutreiben. Außerdem spiegelt das Motto die zunehmend individualisierten Arbeitsweisen in unserem Fachgebiet wider. Das Spektrum reicht hier von teleradiologischen Arbeitsweisen bis hin zur Robotik in der interventionellen Neuroradiologie.

Welche Schwerpunktthemen verbinden sich mit dem Kongressmotto?

Wir werden die Schwerpunktthemen in diesem Jahr in Special Focus Sitzungen abbilden. Vorgenommen haben wir uns auch, neben den neuen technischen Aspekten zu diskutieren, welche Veränderungen in der Diagnostik und Therapie durch die Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz zu erwarten sind – und was das aus medizinethischer Sicht für Anwender:innen sowie für Patient:innen bedeutet. Ein zusätzlicher Schwerpunkt liegt in diesem Jahr außerdem auf der pädiatrischen Neuroradiologie.

Gibt es Highlights, die Sie den Besucher:innen besonders empfehlen möchten?

Natürlich! Ich freue mich besonders auf unsere Keynote Speaker. Es ist uns eine besondere Freude Professor James Barkovich als Hauptredner zum Thema pädiatrische Neuroradiologie begrüßen zu dürfen. Sein Name ist wahrscheinlich allen Besucher:innen bekannt, denn allein die von ihm verfassten Lehrbücher zur pädiatrischen Neuroradiologie können mit Fug und Recht als Standardwerke für Neuroradiolog:innen bezeichnet werden!

Zum Thema roboterassistierte Eingriffe in der Interventionellen Radiologie wird Herr Professor Vitor Pereira von seinen Erfahrungen berichten. Er hat weltweit die erste zerebrale Aneurysma-Embolisation mittels roboterassistierter Technik durchgeführt und seitdem außerordentlich große Erfahrungen mit der Methode sammeln können. Sicherlich ein hochspannender Beitrag!

Nicht zuletzt freue ich mich persönlich sehr auf den Impulsvortrag von Frau Professor Alena Buyx. Sie ist Lehrstuhlinhaberin für Ethik der Medizin und Gesundheitstechnologien an der TU München. Sie wird sich mit der zunehmenden Durchdringung der Medizin durch künstliche Intelligenz aus ethischer Sicht befassen. Neuroradiologie ist ein technikaffines Fach, und umso wichtiger ist es, Errungenschaften im Bereich der künstlichen Intelligenz aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und zu diskutieren.

Neben den genannten Punkten bin ich mir sicher, dass die Besucher:innen eine Vielzahl an persönlichen Highlights in dem abwechslungsreichen Programm  finden und erleben werden…

Sie kehren 2022 als Kongresspräsident in Ihre Heimat zurück. Was verbindet Sie persönlich mit Kassel?

Ich bin in Kassel geboren und aufgewachsen. Zwar lebe ich schon viele Jahre nicht mehr hier, habe aber Verwandte und Freunde in Kassel; über die Wahl des Kongressstandortes freue ich mich deshalb persönlich sehr. Mit Kassel verbinde ich eine sehr lebendige und durch die Universität auch junge Stadt mit einer großartigen Kulturszene, wunderbaren Parks und Gärten und Kunst an fast jeder Ecke. Diejenigen, die Kassel bisher nur als ICE-Haltestelle oder Stadt neben der A7 kennen, werden sehr positiv überrascht werden!

Finden sich die Schwerpunktthemen des Kongresses auch im MTRA-Programm wieder? Welche weiteren Themen und Angebote dürfen MTRA erwarten?

Auch dieses Jahr wird es wieder ein MTRA-Programm geben, das spannende Aspekte der diagnostischen und interventionelle Neuroradiologie abdeckt und viele praktische Inhalte vermittelt. Neben den Schwerpunktthemen des Kongresses wird es auch Beiträge für MTRA-Schüler:innen geben. Außerdem werden wir Hands-on an Neurosimulatoren und Flussmodellen anbieten, damit MTRA den praktischen Ablauf von neuroradiologischen Interventionen kennen lernen können – denn MTRA und Neuroradiolog:innen sind immer ein Team! Natürlich gibt es auch eine eigene MTRA-Lounge, in der man sich in lockerer Atmosphäre zum Austausch treffen kann.

In der DGNR hat sich seit einigen Jahren eine starke Nachwuchsinitiative formiert, die Junge Neuroradiologie. In welcher Form ist sie auf dem neuroRAD 2022 vertreten?

Die Junge Neuroradiologie ist mit einem eigenen Veranstaltungsstrang auf unserem Kongress vertreten. Die Kolleg:innen haben ein großartiges Programm zur Interdisziplinarität, zur Weiterbildung und zur Wissenschaftsförderung konzipiert. Sehr spannend wird auch das Präsentations-Training, für das die JUNRAD eigens eine Trainerin nach Kassel eingeladen hat. Ich freue mich auch auf viele interessante wissenschaftliche Beiträge der jungen Kolleginnen und Kollegen, denn unser Fach hat zweifellos einen sehr vielversprechenden Nachwuchs!

Der JUNRAD haben wir in diesem Jahr auch zu verdanken, dass es erstmals auf dem neurorad auch um Sport geht: Gemeinsam mit einem Kasseler Verein wird es am Donnerstagmorgen einen Charity-Lauf durch den Stadthallengarten geben, den die Junge Neuroradiologie initiiert und maßgeblich mitorganisiert hat. Der Erlös geht zu 50% an Ärzte ohne Grenzen und zu 50% an die Kinderonkologie in Kassel. Mitmachen lohnt sich!

Die Neuroradiologie steht für neue Ansätze und Verfahren. Gibt es aktuelle Entwicklungen, denen Sie auf dem neuroRAD 2022 einen besonderen Stellenwert einräumen?

Unbedingt! Neben einer Vielzahl von Beiträgen zum großen Bereich der künstlichen Intelligenz und der Softwarelösungen für diagnostische Untersuchungen liegt einer der Schwerpunkte auch auf innovativen neurointerventionellen Entwicklungen. Im Rahmen der German Stroke School werden wir vor Ort die Möglichkeit haben, neueste innovative interventionelle Verfahren zu diskutieren und auch an detailgetreuen Modellen praktisch kennenzulernen. Außerdem wird es die Möglichkeit geben, neurointerventionelle Verfahren an einem Interventionsroboter durchzuführen. Wir koppeln diesen an einen Neurointerventionssimulator und können so die gesamte Prozedur simulieren. Es gibt also viel Innovatives zu entdecken auf dem neuroRAD 2022!

Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten?

Das ist wirklich schwer zu beantworten, da mich inhaltlich sehr viele Themenbereiche interessieren! Um ehrlich zu sein: Nach zwei digitalen Kongressformaten freue ich mich wahrscheinlich am meisten darauf, den neuroRAD wieder als offenen und lebendigen Präsenzkongress mit vielen persönlichen Kontakten zu erleben.

Herr Kongresspräsident, bitte in möglichst einem Satz…

Der neuroRAD ist für mich…

…ein offener und lebendiger Kongress, bei dem der wissenschaftliche und kollegiale Austausch in entspannter Atmosphäre stattfindet.

Auf keinen Fall verpassen auf dem neuroRAD 2022 sollte man…

…die Keynote Sessions, die German Stroke School und das Zusammenkommen bei den Social Events!

Wenn man schon mal in Kassel ist, sollte man…

…den Bergpark Wilhelmshöhe besuchen – die Aussicht vom Herkules ist grandios.

Das schönste an meiner Arbeit als Neuroradiologe ist…

…die für mich perfekte Mischung aus spezialisierter Diagnostik und (zum Teil akut lebensrettenden) Therapien!

Wenn ich meinen Beruf heute nochmal wählen könnte, würde ich…

…Neuroradiologe werden!

Der neuroRAD in 10 Jahren wird…

…mindestens genauso spannend werden wie der diesjährige, da wir als dynamische Disziplin immer aktuellste Erkenntnisse und Entwicklungen in den neuroRAD einbinden!